Am 10. November 1946 wurde erstmalig in unserem Dorf ein Martinszug veranstaltet. Schon lange war der Wunsch geäußert worden, dieses Kinderfest auch in Hoennepel einzuführen.
Der Nazismus mit seiner antichristlichen Einstellung ließ das vorerst nicht zu. Die Kinder aus den Familien des Schulleiters und des Molkereiverwalters Oppenberg zogen schon seit einigen Jahren mit brennenden Fackeln durch die verdunkelten Räume der Molkerei.
So war es nicht verwunderlich, daß nach Kriegsende Herr Oppenberg sich für einen öffentlichen Martinszug einsetzte; der Schulleiter befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in englischer Gefangenschaft.
Dank der Gebefreudigkeit der Bevölkerung konnten die Kinder ansehnlich beschert werden. Der Martinsdarsteller war Herr Heinrich de Laak Quelle: Schulchronik Volksschule Hönnepel
In den 80 Jahren gab es >62 (!!) verschiedene Martinsdarsteller! Seit 1969 war in jedem Jahr ein anderer Mann Sankt Martin, den der Vorsitzende des Martinskomitees immer alleine aussucht, wobei der Name bis zum Martinszug streng geheim gehalten werden muss! Nicht einmal die Ehefrau darf in das Geheimnis eingeweiht werden, das erst beim Martinszug gelüftet wird.
So viele Martinsdarsteller (62) wie in Hönnepel gibt es nirgendwo am Niederrhein!! Wegen dieser Rarität sind alle noch lebenden Martinsdarsteller nach dem Martinszug ins REZ eingeladen, wo mit allen ehemaligen St. Martins ein Gruppenfoto erstellt wird, um diese Einmaligkeit öffentlich zu präsentieren.
Also, liebe St. Martins aus den vergangenen Jahrzehnten kommt alle ins REZ, um diesen Rekord zu feiern und viele alte Erinnerungen auszutauschen!

