Ehrung für Eheleute Kemkes 40 Jahre nach ihrem Tod am 23. Juli 2004
Die neue Straße mit Fußweg im Baugebiet am Schwäwelsweg erhielt den Namen Kemkesweg.

Wilhelmine Kemkes verhinderte 1945 die Sprengung der St-Regenfledis-Kirche in Hönnepel:

Wilhelmine Kemkes mit Ehemann Johann Kemkes, der 52 Jahre (!!) lang (1911-1963) Küster, Organist und Leiter des Kirchenchores in Hönnepel war. Foto: 1954

Ende Februar 1945 erschien ein deutscher Sprengtrupp in Hönnepels Küsterei, um die Kirchenschlüssel zur Vorbereitung der Sprengung des Kirchturmes abzuholen. Durch die Sprengung sollte verhindert werden, dass die einrückenden alliierten Truppen die Türme als Aussichtspunkte zur Beobachtung der Rheinniederung benutzten.
Wilhelmine Kemkes, die damals für ihren als Soldat dienenden 55-jährigen Ehemann die Küsterdienste versah, lud den hungrigen Sprengtrupp zunächst zu einem guten Essen ein, bei dem sie auch Alkohol (Messwein oder selbstgebrannten Schnaps?) ausschenkte. Anschließend bot sie den Soldaten an, sich in den Feldbetten des eingerichteten Soldatennotquartiers im Nebengebäude der Küsterei etwas auszuruhen.
Da die übermüdeten Soldaten erst am nächsten Morgen wieder (viel zu spät) aufwachten, hatten sie für die beabsichtigte Sprengung keine Zeit mehr, da sie wegen der herannahenden alliierten Truppen Hönnepel eilig verlassen mussten.

Wilhelmine Kemkes hat in dieser Zeit auch genau Tagebuch geführt; die betreffenden Seiten sind aber von ihr (oder einer anderen Person?) später aus Angst herausgerissen worden, da sie wahrscheinlich bei Bekanntwerden für ihre Tat mit dem Tod bestraft worden wäre.

Auf die Leistung von Wilhelmine Kemkes weist auch der 2003 neuaufgelegte Stadtführer Kalkar hin (Autor Günther J. Bergmann).
Bei der Recherche waren behilflich: Dori Tekath (Tochter von W. Kemkes), Paul Lamers (Schwiegersohn) und Willi Rütter.

Übrigens: Im Nebengebäude der Küsterei wurde von 1933 bis 1939 Religionsunterricht  erteilt, der  in der Schule von den Nazis verboten war.  
Hier wurde  im 2. Weltkrieg ein Notquartier für deutsche Soldaten mit Feldbetten eingerichtet.


Ob mit Charme oder List (NRZ 25.07.2004)

EINWEIHUNG / Wilhelmine Kemkes verhinderte 1945 die Zerstörung des Hönnepeler Kirchturms. Nun erinnert ein Straßenbenennungsschild daran.
NRZ 25.7.2004

HÖNNEPEL. „Ob mit ihrem Charme, ihrer Überzeugungskraft, mit List, wahrscheinlich mit einigen alkoholischen Getränken – irgendwie hat sie es geschafft, die Soldaten daran zu hindern“, erklärt Norbert van de Sand, Ortsvorsteher von Hönnepel. Gemeint ist Wilhelmine Kemkes, die vor knapp 60 Jahren, im Februar 1945, deutsche Soldaten dazu brachte, nicht den Kirchturm Hönnepels in den letzten Kriegswochen zu sprengen. Das verdient Würdigung. Und so wurde am Freitag unter großer Beteiligung der Dorfgemeinschaft das neue Straßenbenennungsschild „Kemkesweg“ eingeweiht. Unterstützt durch das Tambourcorps Hönnepel, enthüllte Bürgermeister Gerhard Fonck das Schild.

Die Ehre gilt nicht nur Wilhelmina Kemkes, geb. Lemm (1896-1963) sondern auch ihrem Ehemann Johann Kemkes (1889-1963), der 52 Jahre lang als Küster, Organist und Chorleiter des Kirchenchores an St. Regenfledis aktiv war. Anwesend waren ebenfalls viele Verwandte der Eheleute Kemkes aus dem Kreisgebiet und aus Ratingen.

Der Kemkesweg führt von der Rheinstraße zunächst als Fußweg für die Schulkinder von der Bushaltestelle in das neue Baugebiet am Schwäwelsweg und ist dort als Baustraße bereits fertiggestellt. Bürgermeister Fonck lobte nachdrücklich das hervorragende Engagement der Dorfbewohner und einiger Unternehmen, ist doch der Fußweg in Eigenleistung gesponsort (Firma Maas-Roeloffs) und erstellt worden. „Wir sind zum einen dankbar für die bessere Anbindung, zum anderen für die Würdigung der Eheleute Kemkes“, betont van de Sand, der sich über die schöne Atmosphäre der Feier freute. (mavi)

Einweihung/Eröffnung  des Kemkes-Fußweges am 23. Juli 2004 mit großer Beteiligung:

Tambourcorps, Kirchenchor, Bürgermeister Fonck, Pastor Kalscheur, Ortsvertreter van de Sand, Familie Kemkes-Tekath, Kirchenvorstand Pfarrgemeinderat und viele weitere Bürger/innen aus Hönnepel bildeten eine schöne Kulisse bei der kleinen Gedenkfeier mit Enthüllung des Straßenschildes und Zusatztafel.

Nach dem offiziellen Teil saßen die Teilnehmer auf Familie Dörnings Festwiese in gemütlicher Rund zusammen und genossen bei vielen Gesprächen die 60 l Freibier, die Gerd Vreden gespendet hatte.
Auch die Nachbarn hatten mit alkoholfreien Getränken und Häppchen zum leiblichen Wohl beigetragen.

Sogar Petrus zeigte sich bei dieser Dorffeier von der besten Seite.


Bild rechts: Auch Familienmitglieder/Verwandte der Familie Kemkes waren von auswärts angereist, um bei dieser Gedenkfeier dabei zu sein. Von den 5 Kindern  des Ehepaares  Kemkes leben noch 2 Töchter.