Die Geschichte von Hönnepel und der Pfarrgemeinde St. Regenfledis

Der Name Hönnepel ist, wie ein Geschichtsforscher herausfand,
nach den beiden Wörtern „Hoen“ und „Pol“ benannt.
Da Hoen wohl Wiese und Pol eine Erhebung bedeuten mag,
muss man annehmen, dass Hönnepel auf einer grünen höheren Rheininsel lag.
Die Geschichte des Dorfes, es war zwar immer recht klein,
reicht dennoch bis nach Nordfrankreich hinein.
Hier lebten im 8. Jahrhundert, das ist bekannt,
die heilige Regina mit ihrem Mann, dem Grafen von Osterbant.
Aus Liebe zu ihrer Tochter >Regenfledis bauten diese zwei
dann in Denain eine Benediktiner-Abtei.
Von Frankreich aus, so wird uns verkündet,
wurde in Hönnepel schon im 9. Jahrhundert ein Tochterkloster gegründet.
Um die Christen vor den Heiden jenseits des Rheines zu schützen,
dazu sollte wahrscheinlich das Kloster als Missionsstation nützen.

Im Jahre 1223 verließen die Nonnen Hönnepel aus irgendwelchen Gründen,
um in Horst bei Deventer eine neue Heimat zu finden.
Da in Hönnepel beteten keine Nonnen mehr,
richtete die Gemeinde die Klosterkapelle für ihre Zwecke her.
Die Hönnepeler wollten nicht mehr nach Niedermörmter zur Kirche gehen,
Sie sprachen: „Hierfür eignet sich auch unsere Kapelle sehr schön.“
Für Hönnepel forderten sie einen eigenen Pastor;
das hatten auch die Burgherren von >Haus Hönnepel  vor.  
Diese Ritter von Hönnepel machten mit großem Geschick
im Dorfe damals die Politik.
Sie setzten sich, das fanden sie fein,
sehr für die Kirche in Hönnepel ein.
Am 2. Sept. 1382, so wird in Hönnepels Schulchronik aufgeführt,
wurde die Kirche von Weihbischof Everhard von Westerheim konsekriert.

Den Wunsch nach einem eigenen Pastor,
den trugen diese Herren dem Erzbischof von Köln dann vor.
Dieser erlaubte immerhin sodann,
dass ab 1390 in Hönnepel ein eigner Rektor wirken kann.
Der durfte hier taufen, Kranke versehen, Beerdigungen abhalten
und in der Kapelle auch Gottesdienste gestalten.

Aber Hönnepel war, was hier gar nicht gefällt,
weiter dem Pastor von Niedermörmter unterstellt.
Völlig selbständig zu sein, das war ihr Ziel,
um das zu erreichen, unternahm man sehr viel.

Zur Erfüllung dieses Wunsches, wie man in der Chronik findet,
hat man 1390 die Bruderschaft Unserer lieben Frau gegründet.
Diese Bruderschaft hat – es hat der Kirche damals sehr genützt –
den Klerus damals finanziell sehr unterstützt.
So gab jeder, der in die Bruderschaft eintrat, fürs Erste
für Hönnepels Kirche einen Scheffel Gerste.
Wurde für die Bruderschaft eine Messe gelesen, dann jeder genau wusste,
was er dafür bezahlen musste.
In die Bestimmungen fügte man ein,
für jede Messe bekommt der Priester einen Quart Wein,
während man für den Küster verfügte,
dass für diesen ein halber Quart Wein genügte.

Der Wunsch nach Selbständigkeit wurde dann immer energischer vorgebracht
und endlich hat es dann Ritter Elbert im Jahre 1438 geschafft;
denn am 5. Dezember willigte der Erzbischof ein:
„Hönnepel soll jetzt selbständige Pfarrgemeinde sein!“
Mit der Festlegung der Gemeindegrenzen hat man sich sehr beeilt
und die Einnahmen der beiden Pfarreien nach folgendem Schlüssel geteilt:
Circa 100 Malter Getreide, das lohnte sich schon,
bekam der Pastor von Niedermörmter als Lohn,
während der Pastor von Hönnepel genau wusste,
dass er sich mit der Hälfte begnügen musste.
So war damals Niedermörmters Pastor doch noch zufrieden,
obwohl er nicht mehr über Hönnepel konnte verfügen.
Damit die Pfarrei Hönnepel selbständig konnte leben,
haben die Herren von Hönnepel und die Bruderschaft manchen Taler abgegeben.
Die Spenden waren so reichlich gar,
dass man später außer dem Pastor noch bezahlte einen Vikar.
Für einen dieser Vikare hat, wie der Chronist beteuert,
die Bruderschaft eine Rente von 12 Rheinischen Gulden beigesteuert.
Und die Priester mussten, das ist vertraglich festgelegt gewesen,
für das Seelenheil der Burgherren wöchentlich drei Messen lesen.
Die Kirche ging auf diesen Handel mit den Politikern ein,
denn auf diese Weise kam so mancher Taler herein.

Auch für die Erweiterung der Kirche, sie wurde 1442 fertiggestellt,
gaben die Hönnepeler damals sehr viel Geld;
denn der Bau des neuen Seitenschiffs war sehr teuer
und wurde finanziert ohne Kirchensteuer.

440 Jahre später (1880 – ’86) wurde die Kirche ganz restauriert
und dabei im damals typischen Stil neu gotifiziert.>Hochaltar
Den alten Stil der romanischen Zeit, in dem die Kapelle geboren,
den hat die Kirche bei diesem Umbau gänzlich verloren.

Wichtig für die Kirche ist auch das jetzige Jahr (1988),
denn da erhielt das Gotteshaus einen neuen Altar.
Zusammen mit Ambo wurd‘ er im Jubiläumsjahr geweiht,
darüber sind wir sehr erfreut.
Die Kirche hat, wenn man es genau überlegt,
unser Dorf bis heute entscheidend geprägt.
Gott, der Herr, er lasse es walten,
dass sie uns noch lange bleibt erhalten.
(Norbert van de Sand, 1988 zum 550. Pfarrjubiläum)

Quellen: H.P. Hilger: Die Denkmäler des Rheinlandes, 1954; R. Scholten: Die Geschichte von Hönnepel und Niedermörmter; in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, 1891
G. Hövelmann: Westfränkischer Klosterbesitz am unteren Niederrhein; in. Gaesdoncker Blätter, 1963
W. Völling (Schulleiter in Hönnepel 1956-1968): Aus der Geschichte von Hönnepel, 1966

2026 verfasster Anhang des Webmasters:

1972 war für Hönnepel auch ein einschneidendes Jahr,
weil da der Spatenstich für den Bau des Schnellen Brüters war.
Das umstrittene Bauwerk zu sehen ganz weit,
das sorgte in Deutschland und auch in Hönnepel für sehr viel Streit.
1992 wurde nach viel Diskussion das Aus für den Brüter verkündet,
für den man drei Jahre später eine ganz andere Verwendung findet.
Henny van der Most machte daraus, das war einmalig und stark,
aus dem Brüter einen riesengroßen Freizeitpark.
Seitdem kommen viele Besucher von fern und nah hierher
und sorgen in Hönnepel oft für sehr viel Verkehr.
Auch viele Messen finden statt im Wunderland
und machen Hönnepel mit Kalkar sehr weit bekannt.