Feuerwehrgerätehaus Appeldorn geht nur schleppend voran

NRZ 11.10.2017

Das Feuerwehrgerätehaus in Kalkar-Appeldorn wird bald zur Lachnummer.Es gibt neue Kuriositäten auf einer nicht ganz einfachen Baustelle.
Die Beteiligten nehmen es mittlerweile mit einer Mischung aus Sarkasmus, Verärgerung und Kopfschütteln.
Die Endlosbaustelle des Feuerwehrgerätehauses in Kalkar-Appeldorn kommt einfach nicht zum Abschluss. Was ursprünglich im Mai hätte übergeben werden sollen, ist immer noch nicht fertig. Mehrere Übergabe-Termine wurden seitdem vereinbart: August, September, Oktober, November – es wird vermutlich jetzt Dezember werden. Aber wer weiß...

Spinde wurde schon geliefert

Gestern trafen sich die Parteien zu einem Baugespräch in Kalkar. Die Stimmung soll nach NRZ-Informationen nicht die beste gewesen sein, was angesichts der noch vielen abzuarbeitenden Programmpunkte auch nicht verwunderlich sein dürfte. Denn immer noch müssen Elektroarbeiten ausgeführt werden, die Absauganlage läuft noch nicht, die Lüftungsanlage musste noch abgearbeitet werden, viele technische Einzelheiten für die Fahrzeughalle laufen noch nicht und einige Verkehrsflächen müssen noch geteert werden. Das Mobiliar hat noch Lieferzeiten und ab November sollen dann endlich die ersten Bauabnahmen erfolgen. Vermutlich wird es zwei oder drei Termine geben.

Wie bereits berichtet, lief bislang einiges schief: So wurde ein falscher Putz angebracht, der erneuert werden musste und die Elektriker hatten die falschen EDV-Kabel eingezogen, die wieder ausgebaut werden mussten.

Jetzt wurde der NRZ zugetragen, dass mittlerweile die Spinde angeliefert worden sind, obwohl noch gar kein Fußboden vorhanden ist und auch die hochwertige Küche wurde bereits eingebaut, obwohl im Gerätehaus immer noch schwer gearbeitet wird.

Aus der Politik ist zu hören, dass viele Abgeordnete mit der Arbeit des Generalunternehmers nicht zufrieden sind. Er habe das Projekt auf die leichte Schulter genommen und keine richtige Projektplanung vorgenommen, heißt es. Bislang sei der Unternehmer vor allem durch Ein- und Mehrfamilienhäuser bekannt gewesen. Offenbar ist die Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses doch eine größere Anforderung.

Ein Abgeordneter des Rates, der nicht namentlich genannt werden möchte, sieht auch eine Schuld beim Oberbaurat Frank Sundermann. Er hätte den Bauprozess enger begleiten müssen und dem Generalunternehmer häufiger „auf die Finger ticken“ sollen. Dies sei offenbar auch nicht mit Nachdruck erfolgt.

Bürger fragen schon nach

Die Feuerwehrmänner in Appeldorn müssen sich von vielen Bürgern mittlerweile schon hämische Sprüche anhören: „Was macht ihr denn da? Wann zieht ihr denn endlich ein?“ Für die Feuerwehr sei dies wirklich ärgerlich, sagte der Ratsvertreter. Vor allem weil diese sich so stark engagiert habe und sich mit dem Bau identifiziere.